Ein Yacht für das Investmentportfolio?

//Ein Yacht für das Investmentportfolio?

Ein Yacht für das Investmentportfolio?

Die Natur – besonders Flüsse, Seen und das weite Meer – haben eine magische Anziehungskraft auf geplagte Gemüter. Wir pilgern in Küstenstädte, um zu entspannen, vertreiben lästige Gedanken mit Outdoor-Sportarten auf dem kühlen Nass oder blicken sprachlos auf die Wasserspiegelung, der am Horizont verschwindenden Sonne. Das Leben am Meer folgt einem ganz eigenen Rhythmus und ist geprägt von den täglichen Wettereinflüssen. Offene Gewässer vermittelt ein Gefühl von Abenteuer und Bewegung. Besonders auf einem Boot lässt sich das blaue Element intensiv erleben. Heutzutage sind Schiffe die Lieblingsspielzeuge der Reichen und gleichzeitig Transportmittel von Weltenbummlern. Angelockt von den Finanzspritzen der Europäischen Zentralbank, investieren stetig mehr Konsumenten in alternative Geldanlagen und gleichzeitig in das persönliche Wohlbefinden. Zu den alternativen Geldanlagen gehören Hedgefonds, Immobilien, Rohstoffe, Schmuck, Kunst, Briefmarken und sonstige Sammlerstücke aller Art sowie Wein, Oldtimer, Flugzeuge…. Doch ist ein Schiff oder eine Jacht als Anlageobjekt empfehlenswert, welche Kosten entstehen und was gibt es sonst noch zu beachten?

Die Welt der Boote

Schwimmende Gefährten offerieren Sehnsüchtigen die grenzenlose Freiheit der offenen See. Als Schiffs-Neuling ist es jedoch nicht einfach, den Bootsmarkt sowie alle entstehenden Kosten zu durchblicken. Zu dem hohen Kaufpreis kommen regelmäßige Betriebskosten, Reparatur- und Pflegemaßnahmen sowie Genehmigungen hinzu. Ein Boot besitzen kann im Prinzip jeder – es zu bewegen, erfordert oftmals einen Bootsführerschein oder eine fähige Crew. Faktoren, die den letztendlichen Gewinn(?) natürlich deutlich schmälern und schwer einschätzbar machen.

Neu- oder Gebrauchtkauf?
Die Finanzkrise hat deutliche Spuren bei den Produktionszahlen von Schiffen hinterlassen. Seit 2012 beschäftigt der Umsatzrückgang die deutschen Werften. Die Zeit für einen Neukauf ist günstig. Schiffsbauer locken mit attraktiven Angeboten, höchstem Komfort und edler Ausstattung sowie ausgereifter, multimedialer Technik. Die individuellen Kundenanforderungen werden bei der Anfertigung berücksichtigt – der Kreativität sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Ein weiterer Vorteil beim Neukauf, der gleichzeitig den Wiederverkaufswert mitbestimmt. Natürlich gibt es auch einen großen Markt für gebrauchte Schiffe. Der internationale Bootsmarkt verzeichnet eine steigende Nachfrage an maritimen Oldtimern und Raritäten. Mit dem Ende der 60er setzten die Hersteller bei den verwendeten Materialien vermehrt auf Fiberglas sowie Kevlar und später Plastik. Der Anteil an Naturstoffen bei der Fertigung schrumpfte auf zehn Prozent und veränderte die Branche sowie den Mythos der Schiffsfahrt erheblich. Gepflegte Klassiker nach früher Bauweise finden heute schnell einen Abnehmer und erzielen nicht selten ein Vielfaches des Kaufpreises. Je interessanter die Geschichte des Bootes und edler die verwendeten Materialien, umso höher ist der Wertzuwachs der Geldanlage. Marktkenner beziffern die Wertsteigerung von Schiffsklassikern mit 100% in 10 Jahren. Für langfristige Geldanlagen eine interessante Option.

 

Laufende Kosten
Neben dem Anschaffungspreis kommen weitere laufende Kosten auf den Bootsbesitzer zu. In regelmäßigen Abständen sind Wartungen und Reparaturen am Schiff notwendig. Entscheidet man sich für ein gebrauchtes Schiff, kommen evtl. schon zu Beginn Instandsetzungs- bzw. Restaurationskosten hinzu. Zusätzlich erwarten den Bootsbesitzer die Unkosten für den Liegeplatz oder Genehmigungen für Gewässer. Liegt das Schiff nicht im Wasser, müssen die Lagerkosten sowie zugehöriges Kranen und Slippen berücksichtigt werden. Nicht zu vergessen sind Benzin, Anker, Taue, Leinen und sonstige Betriebsmittel. Verfügt man nicht über einen eigenen Bootsführerschein, muss eine fähige Crew für Ausfahrten angeheuert und natürlich ebenso bezahlt werden. Die jährlichen Kosten werden grob auf 5-10% des Neuwertes geschätzt.

Führerschein
Es gibt nur wenige Boote und Gewässer, die ohne Bootsführerschein ge- bzw. befahren werden dürfen. In Deutschland gibt es unterschiedliche Befähigungszertifikate für Sportbootführer und weiterführende Scheine. Sie erlauben das Führen von Sportbooten in Binnen- oder auf Seegewässern, in küstennahen Regionen und auf Hochsee. Alle Sportbootführerscheine beinhalten ein internationales Zertifikat und können als Qualifikationsnachweis im Ausland vorgelegt werden – sind dort jedoch keine amtlich gültigen Dokumente. Eine Übersicht der internationalen Befähigungszertifikate und der jeweiligen Gültigkeitsbereiche gibt es hier.

Schutz vor Verlust
Um hohe haftungspflichtige Kosten zu vermeiden oder um das neue Lieblingsgefährt vor einem Totalausfall zu schützen, ist eine umfangreiche Versicherung notwendig. Eine Bootshaftpflichtversicherung ist der Basisschutz und deckt Kosten ab, die durch das Boot bei anderen Personen entstanden sind. Die Bootskasko kümmert sich um Schäden, die durch andere am eigenen Boot verursacht wurden. Eine Insassen-Unfallversicherung berücksichtigt das Wohlbefinden der Passagiere und hilft bei Unfällen an Bord weiter. Eine Seerettung ohne Versicherung kann schnell einige Tausend Euro kosten. Genaue Daten und Tarife zu Bootsversicherungen bei bootsversicherung-online-vergleich.de.

Rendite Ahoi?!

yacht urlaubWoran erkennt man eine sinnvolle Geldanlage? Zur Hilfe kommen drei Faktoren: Rendite, Verfügbarkeit und Risiko. Die Rendite von Schiffen ist schwer zu greifen. Die Investition umfasst neben dem Einkaufspreis zahlreiche laufende Posten. Der Verkaufswert wird bei guter Wartung und Pflege zwar nicht fallen – rentable Wertsteigerungen garantieren jedoch nur Oldtimer-Boote bei einer langen Laufzeit. Die Verfügbarkeit des Geldes ist ebenfalls kritisch zu bewerten. Benötigt man dringend das investierte Geld und findet keinen Käufer, so muss das Schiff möglicherweise unter Wert veräußert werden. Bei Naturkatastrophen oder Unfälle kann ein Totalverlust der Geldanlage drohen. Dieses Risiko kann durch eine umfangreiche Versicherung minimiert werden. Trotzdem gibt es keinen garantierten Gewinn – das Risiko der Geldanlage ist somit sehr hoch und ungewiss. Als eine gute Geldanlage können wir die schwimmenden Gefährten also nicht wirklich einstufen – vielmehr als eine erfreuliche Abwechslung zum Alltagsstress mit hohem Abenteuerfaktor. Vor allem sollten die neuen Besitzer schon genügend Bootserfahrung besitzen und sich darüber im Klaren sein, dass sie in eine dauerhafte sowie aufwendige Leidenschaft investieren. Eine weitere interessante Möglichkeit ist Bootsharing bzw. Boatsharing-Börsen: Hierbei wird entweder mit weiteren Interessenten gemeinsam in das Boot investiert und das Nutzungsrecht aufgeteilt oder man mietet sich ein privates Boot über eine Onlinebörse für die Urlaubszeit. Eine Kostenersparnis für Personen, die das Boot alleine nicht völlig ausnutzen können und gerne teilen.

2018-01-22T15:53:55+01:00