Anleihen

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Anleihen 2018-01-22T15:53:53+00:00

Anleihen – Investition mit wenig Risiko

Mit Anleihen Geld verdienenAnleihen bieten im Vergleich zu Aktien völlig unabhängig von der Performance eines Unternehmens ein kontinuierliches Einkommen und eignen sich daher besonders als Anlageform für risikoaverse Investoren. Durch eine Beteiligung an aktiv gemanagten. Rentenfonds kann versucht werden, eine Überrendite im Vergleich zu einem potentiellen Marktportfolio aller Anleihen zu erzielen und von möglichen Marktineffizienzen zu profitieren. Interessenten stehen im Bereich der Anleihen verschiedene Risikopotentiale zur Verfügung, abhängig davon ob sie in Anleihen im Investment-Grade Bereich oder in sogenannte Junk Bonds (mit schlechteren Ratings) investieren. Je nach individueller Präferenz und jeweiligem Interesse stehen Staatsanleihen, Unternehmensanleihen oder Kommunalanleihen zur Verfügung. Im vierten Quartal 2012 hatten Rentenfonds an allen weltweit in Anlagefonds investierten Mitteln einen Anteil von 26%. Die in Rentenfonds angelegten Mittel verzeichneten im Vergleich zum Jahresende 2011 einen Anstieg um 20%. Risiken der Assetklasse Anleihen. Bei festverzinslichen Wertpapieren stehen andere Risiken im Mittelpunkt als beispielsweise bei Aktien. Besonders relevant sind Zins-, Ausfall- und Liquiditätsrisiko, welche im Folgenden kurz erläutert werden.

Zinsrisiko

Bei der Betrachtung von Anleihen nimmt das Zinsrisiko mitunter die bedeutendste Stellung im Bereich des Marktrisikos ein welches allgemein das Risiko beschreibt, das durch die Volatilität der Märkte entsteht. Das Zinsrisiko bei AnleihenZinsrisiko tritt zwischen Investitionszeitpunkt und Verkaufs- oder Fälligkeitszeitpunkt der Anleihe auf und umfasst die Unsicherheit, die durch Schwankungen des Marktzinssatzes hervorgerufen wird. Das Zinsrisiko lässt sich aufspalten in Preis- und Reinvestitionsrisiko, die eine gegenläufige Abhängigkeit vom Marktzinssatz aufweisen. Das Preisrisiko charakterisiert die Auswirkungen von Zinsschwankungen auf den momentanen Marktpreis einer Anleihe. Steigen die Marktzinsen nach dem Kauf der Anleihe, so führt dies zu einer höheren Diskontierung und der erwartete Preis, den die Anleihe auf dem sekundären Markt erzielen kann, fällt. Eine entgegengesetzte Entwicklung tritt bei fallenden Marktzinsen auf. Unter dem Reinvestitionsrisiko werden die Auswirkungen von Marktzinsschwankungen auf eine mögliche weitere Anlage von Kuponzahlungen erfasst. Im Investitionszeitpunkt geht man von einer späteren Verzinsung der Kuponzahlung zu einem gewissen Zinssatz aus, ändert sich dieser, so ändert sich auch die Verzinsung der reinvestierten, freiwerdenden Cash Flows. Hierbei profitiert der Halter der Anleihe von steigenden Zinsen und erfährt Verluste bei fallenden Zinssätzen. Eine relevante Sensitivitätskennzahl für das Zinsänderungsrisiko ist die Duration, welche die durchschnittliche Dauer bis zur gesamten Rückzahlung der Cash Flows beschreibt.

Ausfallrisiko

Unter Ausfall- oder auch Kreditrisiko versteht man die Gefahr, dass der Emittent den vereinbarten Kupon und/oder den angelegten Kapitalbetrag am Ende der Laufzeit nicht oder nur einen bestimmten Teil zurückzahlen kann. Das größtmögliche Risiko besteht somit im Verlust des gesamten Kapitals des Anlegers. Ausfallrisiko bei AnleihenDas Ausfallrisiko einer Anleihe ist abhängig von der jeweiligen Bonität des Emittenten. Um den Anlegern Vergleichbarkeit und eine Entscheidungsgrundlage zu bieten, nehmen diverse Ratingagenturen eine Qualitätsbewertung von emittierenden Unternehmen und Staaten vor. Bekannte Ratingagenturen sind Moody‘s, Standard & Poor‘s und Fitch. Je weiter die Bonität des Emittenten von einem risikolosen Referenzwert abweicht, desto höher muss die Rendite dieser Anleihe sein. Der Bonitätsaufschlag, der sich aus der Differenz zwischen der Rendite der Anleihe und der risikofreien Referenzverzinsung für den gleichen Zeitraum errechnet,gibt somit die Risikoprämie für die Aufnahme zusätzlichen Ausfallrisikos an. Als Referenzwerte werden meistens Staatsanleihen hochgradierter Ländern verwendet. Als nahezu risikolos in Bezug auf die Ausfallwahrscheinlichkeit des Emittenten werden beispielsweise die amerikanischen Schatzpapiere, die sogenannten U.S. Treasury Securities, bewertet. Der Bonitätsaufschlag ist bei Anleihen mit längerer Laufzeit höher, was durch das steigende Risiko für den Ausfall des Emittenten zu erklären ist. Von Bedeutung ist das Ausfallrisiko auch, wenn eine Anleihe nicht bis zum Laufzeitende gehalten wird, denn nicht nur das tatsächliche Ausfallrisiko des Emittenten, sondern auch das wahrgenommene Ausfallrisiko von Seiten des Marktes hat Auswirkungen auf den Kursverlauf der Anleihe. Es besteht die Möglichkeit, dass sich durch eine höhere wahrgenommene Ausfallwahrscheinlichkeit der Anleihen der Bonitätsaufschlag vergrößert und dadurch der Preis der Anleihe fällt. Folglich kann sowohl eine Herabstufung durch eine Ratingagentur, als auch eine negative Einschätzung des Marktes über den Emittenten der Anleihe zu einem Einbruch im Kursverlauf führen.

Liquiditätsrisiko

Wie bei Aktien besteht auch bei Anleihen das Risiko, dass ihre Handelbarkeit eingeschränkt ist und sie folglich temporär oder auch dauerhaft nicht, oder nicht zu marktgerechten Preisen gehandelt werden können. Dies ist der Fall, wenn keine ausreichende Nachfrage von Seiten des Marktes besteht, hiervon sind oft Anleihen mit geringem Marktvolumen betroffen. Ein Indikator für dieses Risiko ist die Größe der Geld-Brief-Spanne, je größer diese, desto geringer ist die Liquidität des Sekundärmarktes der Anleihe und desto größer das Liquiditätsrisiko. Genauso wie das Ausfallrisiko schlägt sich auch das Liquiditätsrisiko in der Rendite der Anleihe wieder, so führt eine abnehmende Liquidität zu einem Anstieg der Rendite, da Anleger eine Prämie für die geringere Handelbarkeit fordern. Anleger mit einer Strategie, die sich nur auf das temporäre Halten von Anleihen bezieht, müssen diesem Risiko besondere Beachtung zukommen lassen, wohingegen bei einem geplanten Halten der Anleihe bis zum Laufzeitende dieses Risiko zu vernachlässigen ist.